Stabiles Hoch, sommerliche Temperaturen, herbstliche Natur - für uns die schönste Zeit mit dem Motorrad unterwegs zu sein. Wir, das sind natürlich meine Christine bereits Selbstfahrer auf ihrer 650ér GS und Freunde aus Klöch in der Südsteiermark auf ihrer 1200érGT.
Eine 2 Tagesfahrt durch das Salzkammergut soll es werden. Treffpunkt Samstag 22.9. um 9.30 in Lieboch. Über Köflach geht es auf das wunderschöne Gaberl, wo es den ersten Kaffee gibt. Überraschend wenig Motorräder - aber es ist ja noch früh. Über Judenburg, nach Hohentauern. So klare Tage gibt es halt im Sommer sehr selten. Die Bergspitzen mit einem ersten zarten weissen Häubschen, die Wiesen noch tief grün, vielerorts wird das letzte Mal gemäht, die Bäume zeigen ein furioses Feuerwerk vor der kalten Ruhe des Winters.
Ein ca. 3 km lange Baustelle vor Hohentauern kann unsere Hochstimmung auch nicht trüben. Direkt in Hohentauern beim Tauernwirt wird zu Mittag gegessen. Hinunter geht es nach Liezen, nach Trautenfels, vorbei am mächtigen Grimming, links liegend der Kulm, rechts die Tauplitz, durch Mitterndorf die wenigen Genusskilometer hinein nach Bad Aussee. Ab hier lassen wir uns vom GPS führen.
Nach der Abzweigung von der Bundesstrasse werden wir Richtung Bahnhhof dirigiert, Christine hinter mir, Heimo und Petra als Dritte. Wir tauchen in dichten Wald ein und lassen uns von der Faszination dieser alten Kulturlandschaft bezaubern und fahren über den im Winter berüchtigten Koppenpass Richtung Hallstätter See. Sanft geht es hinauf und mächtig steil und recht schmal hinunter.
Im Wald wird an Ausgrabungen aus der Hallstattzeit gearbeitet und recht schnell erreichen wir den Talboden und dann den See. Es ist schon viele Jahre her, jung verheiratet waren wir in dieser wunderschönen mystischen Landschaft auf Urlaub, auch schon wieder 29 Jahre her - aber zum Unterschied von uns merkt man .....................
Weiter führt uns der Weg über Ischl nach Strobl am Wolfgangsee, wo wir auf Anraten eines Freundes unbedingt die Postalm besuchen wollen, eine unter Bikern beliebte Mautstrasse. Wunderschön zu fahren, obwohl uns einige SuperMotos begegenen, für die das Morgen nicht zu existieren scheint. Auf einer urigen Almhütte wird frische Milch und Butterbrot gejausnet - einfach köstlich und weit weg vom Grossmarktgeschmack. Die Schatten werden länger, wir geniessen die Abfahrt ins Tal, fahren zurück Richtung Ischl und wenden uns Richtung Norden nach Ebenssee und erreichen bald den Südzipfel des Traunsees.
Es ist immer wieder ein Genuss am Meer oder an einem See entlang zu fahren. Die Zeit vergeht wie im Flug, inzwischen ist es 18.30, die Berge leuchten im Abendrot über den See legen sich langsam graublaue Farbtöne. Für 19.00 Uhr ist unsere Ankunft im Hotel in Gmunden avisiert. Am berühmten Schloss Orth vorbei, die altkaiseliche Promenade entlang, durch das Stadttor direkt am See liegt das Hotel Steinmaurer. Wir quartieren uns ein, versorgen unsere Untersätze, restaurieren uns und... geniessen ein gutes Bierchen.
Einem ausgezeichnetes Abendessen, bei dem wir das Erlebte des Tages Revue passieren lassen folgt ein Spaziergang am See, als Ausgleich ganztägig sitzender Aktivität. Vollig überraschend startet auf dem See vis a vis vom Schloss Orth ein 1/2stündiges Feuerwerk auf Milleniumsniveau. Erst am nächsten Tag erfahren wir, dass ein begüterter Privatgast die Gäste seiner Geburtstagsfeier mit einem glanzvollen Höhepunkt erfreuen wollte.
Der morgendliche Blick aus dem Fenster bestätigt die Wetterfrösche: Sonne - blau - nichts wie raus aus den Federn. Ein köstliches Frühstücksbuffet mit allen Finessen erwartet uns. Heimo und Petra kommen schon von einem Rundgang zurück.
Gleich wie am Vortag beginnen wir unsere Tour um 1/2 10 Uhr.
Das GPS findet einen traumhaft schönen unbefahrenen Nebenweg über den Gmundner Berg Richtung Attersee. Und dann liegt er unter einer Daunedecke versteckt unter uns. Wir tauchen ein in dieses milchige, pastellfärbige Kunstwerk, Reales oft nur fragmentarisch zeigend, Manches strahlend spotartig aus der Umgebung herauslösend.
Wir umrunden den See, inzwischen hat die Sonne die letzten Reste des Nebels aufgelöst. Ein kurzer Trip hinüber zum nahe gelegenen Mondsee.
Hier überrascht die Unberührtheit der Ostseite. Die Bürgermeister der Region konnten hier der Versuchung lukrativer Verhüttelung widerstehen und haben so unserer Generation ein Stück ursprünglicher aber kultivierter Natur erhalten.
Es ist nur ein kurzer Schlag zum Wolfgangsee. Hier dominiert der Fremdenverkehr, trotzdem zeigt sich diese Landschaft mit ihrem ganzen Charme.
Wir entscheiden uns für St. Wolfgang und wenn schon dann für´s Weisse Rössl, wo wir Mittagsrast halten.
Der Weg zurück wird auf kürzestem Weg absolviert. Ischl - Pötschenpass - Aussee mit einem letzten grandiosen Blick auf den im Sonnenlicht gleissenden Dachsteingletscher, Liezen, Leoben, Bruck, Graz und für unsere Freunde zurück in die Südsteiermark.
Die Männer waren tapfer und die Frauen tugendhaft.
Von einem wünderschönen Stück Erde grüßen
Christine & Reinhardt
Wir wünschen allen Deauville-Freunden eine unfallfreie Saison 2026!
Salzkammergut
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klaus
ein schriftsteller
hätte das nicht schöner beschreiben können! das macht richtig lust aufs salzkammergut.
ich bin diese strecke schon öfters gefahren, da werden erinnerungen wach.
toller bericht

ich bin diese strecke schon öfters gefahren, da werden erinnerungen wach.
toller bericht
- Brigitte und Martin
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